Mittwoch, 25. März 2015

Das hilft nach einer Brustoperation. Ganz wirklich.

Mensch, ist das eeeeewig her, seitdem ich das letzte Mal schrieb! Ich kann ja gar nicht alles aufschreiben, was seitdem passiert ist. Deshalb habe ich mir für meinen heutigen Post einfach ein Thema überlegt, und das ist ganz speziell für diejenigen, die das gleiche mitgemacht haben wie ich.
 
Durch meinen langen Heilungsprozess, und die damit verbundenen Probleme, war ich immer viel im Internet unterwegs, habe in Foren und auf Blogs gestöbert und nach jedem Strohhalm gegriffen, wenn ich mal gelesen habe, was anderen geholfen hat. Ich wäre unheimlich dankbar gewesen, wenn ich mal konkret irgendwo gelesen hätte, was wirklich wirklich hilfreich ist.
 
Da ich weiß, dass mein Blog durch das Thema "Brustoperation" auch öfter mal von ebensolchen Lesern / Stöberern gefunden wird, denke ich, es ist eine gute Sache, wenn ich mal aufliste, was genau nun bei mir zum Erfolg geführt hat.
 
Also können alle die jetzt wegdrücken, die einen lustigen Alltagspost erwartet haben. Is heute nich dran. Heute gibt´s einen Mutter-Teresa-hilf-mir-Post.
 
Zum Einstieg: ich bin ja vor knapp 6 Wochen noch mal aufgeschnitten worden, nachdem meine Narbe von November nicht zuheilen wollte. Inzwischen bin ich voll und ganz heile. Ich hab mein Leben wieder! Ich mache wieder Sport, darf alles wieder tun, was ich vorher auch getan habe und bin darüber so dermaßen glücklich, dass ich jedes mal einen Herzsprung mache, wenn ich daran denke.
 

Was mir geholfen hat:

 
Mein Problem am Anfang gleich nach der Brustoperation (beidseitige Entfernung von Brustgewebe und Einbringen von Inlays á 310 ml) war die Schwellung. O Mann, es sieht zwar Hammer aus, ist aber völlig unlustig! Das Gebot der Stunde lautet also: Schwellung abbauen. Denn eine Schwellung ist eine Ansammlung von Wundwasser und wenn man viel Wundwasser im Gewebe hat, behindert das die Zellen beim Zusammenheilen. Also raus damit.
 

Ibuprofen:

ich habe am Anfang dreimal am Tag 800 mg genommen. Dazu muss man am besten auch einen Magenschutz nehmen, das war in meinem Fall Pantoprazol. Ibuprofen wirkt entzündungshemmend und abschwellend. Ich habe es in der ersten Woche zu Hause noch in ziemlich hohen Dosen genommen, und dann in der zweiten Woche schon abgebaut, denn da habe ich für mich ein weniger heftiges Medikament entdeckt, nämlich...
 

Wobenzym:

Das ist ein Enzympräparat, das man rezeptfrei in der Apotheke bekommt (100 Kapseln kosten ca. 38 Euro), und das ebenfalls entzündungshemmend und abschwellend wirkt, nur völlig ohne Nebenwirkungen, jedenfalls bei mir. Ich habe 6x2 Kapseln am Tag genommen, also 12 Stück über den Tag verteilt, und schon am zweiten Tag war ich schmerzfrei. Ich habe es fast die ganze Zeit ( etwa 4 Monate) nun genommen, überhaupt keine Nebenwirkungen verspürt und jetzt ist die Schwellung komplett weg, auch dank meiner...
 

Lymphdrainage:

Die hätte ich mir schon von Anfang an verschreiben lassen sollen und nicht erst nach meiner zweiten OP. Bei meinem ersten Termin zur Lymphdrainage war ich echt skeptisch. Ich dachte so: okay, das bisschen auf dir rumdrücken.... braucht man da überhaupt ´ne Ausbildung für.....meine Güte, das ist ja lächerlich.
 
Es ist eine komplett schmerzfreie Sache, die man sofort anfangen kann, wenn die Fäden gezogen sind. Und es ist ein Wundermittel! Nach den Sitzungen (eher Liegungen) war ich jedesmal schmerzfrei, konnte meinen Arm wieder besser hochbekommen, es ist einfach nur genial.
 
Das Wundwasser, was in dem Gewebe einlagert, wird zu den Lymphen befördert, die es abtransportieren. Das Gewebe kann schneller heilen, denn es ist ja kein Wasser dazwischen. Ich hatte 6 Termine, die mir sehr gut getan haben. Ich kann nur jedem dazu raten!
 

Alternative abschwellende Geschichten:

Quark: einfach eine Packung Magerquark auf die nackte Brust schmieren. Ehemänner übernehmen erfahrungsgemäß gerne diesen Part. Bitte nicht die Schweinerei mit Folie bedecken, das verhindert die Verdunstung. Eine halbe Stunde so sitzen, dann die ganze Ferkelei abwaschen. Kühlt ganz wunderbar und hat eine Langzeitwirkung von einem halben Tag.
 
Retterspitz äußerlich: ist eine rezeptfreie Tinktur aus der Apotheke, die auch bei Sportverletzungen hilft. Ich habe Einmal-Waschlappen darin eingetaucht und die auf der nackten Brust aufgelegt. Nicht abdecken, sondern auch verdunsten lassen. Danach ist die Brust feuerrot und gut durchblutet. Regt also den Lymphfluss gut an! Wird ganz häufig bei Milchstau und Brustentzündungen verwendet.
 
Kühlpacks: einfach Gel-Kühlpacks in die Tiefkühltruhe packen, in ein Tuch einschlagen, tief einatmen und rein in den BH. Aufpassen, dass man nicht erfriert. Hilft einfach gut. Im Gegensatz zu den beiden oben genannten aber komplett ohne Wirkstoffe. Einfach nur kühl. Kann auch das Gegenteil bewirken. Auf Narben, die eh schon nicht gut durchblutet sind, würde ich keine Kühlkissen packen, die werden dadurch nicht besser, denn Narben sollen durchblutet sein. Die Brust selbst eigentlich auch, denn nur durch Durchblutung gibt es einen Abtransport des geschädigten Gewebes. Deshalb Kühlpacks sparsam anwenden, beispielsweise, wenn man eine superheiße geschwollene Brust hat.
 

Nahrungsergänzungsmittel:

Ich bin der Auffassung, dass ich schon sehr ausgewogen und gesund esse. Im Krankenhaus habe ich beispielsweise überhaupt kein Fleisch und auch keine Süßigkeiten gegessen, ich wollte einfach meinem Körper nur Gutes zuführen und ihn nicht mit Scheiß belasten. Ich dachte, es reicht sicherlich aus, sich einfach gut zu ernähren und viel Gesundes zu essen. Aber der Körper ist nach einer großen Operation auf noch mehr angewiesen, Gewebe muss wieder zusammen wachsen, das kostet unheimlich Energie.
 
Daher habe ich zusätzlich zu meiner gesunden Ernährung noch folgendes eingenommen:
 
Zink (als Tablette, 3 Mal am Tag): Zink ist ein Präparat, das grundsätzlich für die Wundheilung benötigt wird. Es unterstützt außerdem das Immunsystem. Auch Menschen, die mit häufigen Infekten zu kämpfen haben, sollten regelmäßig Zink nehmen.
 
Selen (1 Tablette am Tag): Selen ist ebenfalls für eine schnellere Wundheilung gut.
 
Eiweiß: so viel wie möglich. Ich habe ein zusätzliches Eiweißpräparat genommen, das man in Milch einrühren kann. Dazu habe ich noch besonders darauf geachtet, viel Fisch, Quark, Käse, Joghurt etc. zu essen, mehr als sonst. Wundheilung ist eine "Kleberverbindung" und die besteht aus Eiweißen. Während der Wundheilung benötigt der Körper noch mehr Eiweiß als normalerweise und dabei sollte man ihn unterstützen.
 

Narbenpflege:

Sobald die Fäden gezogen sind, kann man damit anfangen, die Narben zu pflegen. Man kann das auch lassen, aber es besteht das Risiko, dass die Narben unelastisch werden und unschön. Es gibt sicherlich gute Narbensalben, aber die habe ich nicht ausprobiert. Ich persönlich nehme für meine Narben:
 
Vitamin E Öl: bekommt man überall, ich hab meines von Amazon. Es ist ein kleines Fläschchen gelbes Öl, das relativ neutral riecht. Es ist auch ein Wundermittel! Es ist DAS Anti-Aging-Öl. Aber es hilft bei kleinen Wunden, Entzündungen, trockener Haut. Man kann es abends als Kur aufs Gesicht schmieren oder aufs Nagelbett, es ist einfach nur genial. Ich schmiere es mir auf die Narben, denn das bewirkt, dass sie schneller verblassen und nicht dunkel werden. Meine Narben sind in der Tat inzwischen fast unsichtbar geworden.
 
Centella Asiatia: Indischer Wassernabel. Ich habe es als Creme bestellt, es ist ein reines Naturprodukt und soll das Wundermittel gegen Dehnungsstreifen und Cellulite sein. Dafür habe ich es aber nicht gekauft, sondern es ist auch eine gute Wundsalbe. Es hilft der Haut, neues Gewebe zu bilden, es ist bei kleinen Wunden super, denn es hilft innerhalb von einem Tag, dass sie einfach nicht mehr da sind! Bei meinen Narben hilft es gut, wenn sie aufgrund von Schwitzen, engen Stütz-BH und viel Bewegung (Scheuern an den Narben) gerötet sind. Genauso wie:
 
Calendula: Ringelblumensalbe. Auch ein reines Naturprodukt und die Wundsalbe schlechthin. Kann man auf offene Wunden schmieren, hilft, neues Gewebe zu bilden.
 
Die drei Salben bzw. Öl nehme ich im Wechsel, je nachdem, was ich gerade brauche. Aber morgens und abends schmiere ich meine Narben ein, jeden Tag.
 
Es ist außerdem wichtig, die Narben, wenn sie gut verheilt sind, zu massieren. Auch oberhalb und unterhalb der Narbe, quasi auf den Rippen, die darunter liegen beim Unterbrustfaltenschnitt. Denn durch den OP Schnitt gibt es eine Unterbrechung im Energiefluss.
 
Ja ja, Chakra und innere Mitte und Lotussitz und Betroffenheit kommt jetzt auch noch!
 
Nee, ohne Scheiß, das ist so, das ist kein Scherz. Deshalb hilft es, wenn man gut drüber und drunter auch mal massiert. Wenn die Narben dunkelbraun werden, ist das Eiweiß, dass sich da ablagert, das stört in dem Fall, das kann man auch gut wegmassieren. Wenn die Narben weiß sind, heißt es, sie sind nicht gut durchblutet, also auch massieren. Rotes Narbengewebe: gutes Narbengewebe, denn es ist durchblutet, und das braucht man für eine Wundheilung.
 

Bewegung:

Darf man nicht vergessen. Jeden Tag muss ich meine Arme bewegen, den Radius erweitern, den Brustmuskel dehnen. Sonst verkürzt sich alles, die Narben dehnen sich nicht mit, irgendwann bekommt man den Arm dann gar nicht mehr hoch. Man kann sich auch an einen Türrahmen stellen und den Arm langsam dehnen. Nie zu viel, denn das gibt einen Höllenmuskelkater, wenn man es Wochen nicht gemacht hat!
Bewegung regt außerdem wieder den Lymphfluss an, das ist wieder wichtig für das Abschwellen und das ist wieder wichtig für die Wundheilung.
 
So, ich hoffe, ich habe nix Wichtiges vergessen.
 
Ich hoffe, es hilft IRGENDWEM mal IRGENDWANN, wenn er das hier liest. Dann bin ich schon happy!!
 
Bis demnächst, dann wieder mit was lustigerem.....

Keine Kommentare: