Mittwoch, 29. Juli 2015

Briefe versenden

Nur mal so´n ganz kurzer Gedankenausflug:
 
wieso klebt man eine Briefmarke auf einen Brief?
 
Damit die Post den Brief von A wie "Absender" zu B wie "bestens gelaunter Empfänger" transportiert, oder? Ich mein, vielleicht habe ich da irgendwo in dieser äußerst komplexen Verkettung einen ganz simplen dummen Gedankenfehler....? Kann das sein?
 
Denn es ist ja offensichtlich in der Realität so: ich möchte, dass ein Brief auch sicher seinen Empfänger erreicht. Im Grunde möchte man das ja von jedem Brief, den man versendet, ich gehe einfach mal davon aus, dass NIEMAND auf dieser Welt einen Brief einwirft, von dem er behauptet: "Ach, drauf geschissen! Ich versuch mein Glück, vielleicht kommt er an, und falls nicht, EGAL, dann schreib ich halt noch mal!"
 
ABER: Das kostet extra! Extra Geld. Wenn ich möchte, dass die Post meinen Brief GANZ SICHER versendet, bzw. dass mein Brief ganz sicher seinen Empfänger erreicht, muss ich dafür extra zahlen.
 
Es ist also so, dass mit einem Brief, der ganz vorschriftsmäßig mit Absender und Empfänger ausgeschrieben ist und mit einer Briefmarke versehen ist, folgendes passieren kann:
 
- er kommt NICHT auf jeden Fall an
- er kann verloren gehen
- aus dem Fenster fallen
- aus dem Transporter wehen
- in einer Pfütze landen und vom Rad überfahren werden
 
WHATEVER: es kann sein, dass er nicht ankommt. Fertig aus. Ich habe eine Adresse drauf geschrieben, ich habe einen Absender draufgeschrieben, ich habe ihn frankiert.
 
Reicht nicht.
 
Ich habe überlegt, ob das eine Vorgehensweise ist, die wir auch auf unser Geschäft übertragen könnten. Wir bieten einen Reifenwechsel an, der Kunde kommt und bringt sein Auto.
 
Kunde:"Moinsen, hier ist mein Schlüssel, ich komme dann nachher wieder. Bis denn dann!"
 
Werkstattmeister:" MO-MENT!!! Wie möchten Sie denn die Räder festgeschraubt bekommen?"
 
Kunde (fragt sich, ob der Meister irgendwie vakuumverpackt ist...):"Na, ähh, wie immer....also... wie immer?"
 
Meister:" Wir können Ihnen seit heute Alternativen anbieten! Sollen wir die Räder absolut verkehrssicher befestigen, dann kostet es 10 Euro Aufpreis. Dann sind sie aber auch ganz wirklich sehr fest dran! Ansonsten kann es passieren, und dafür haben Sie sicherlich Verständnis, dass die Räder zwar fest sind, aber nicht soooo fest, also so halbfest vielleicht. Das würde dann unser Lehrling machen, der übt noch. Ansonsten: 10 Euro extra."
 
GENIAL, oder?
 
Alle, die an ihrem Leben hängen, würden den Aufpreis zahlen!! Genauso wie ich den Aufpreis zahlen muss, wenn ich will, dass mein Brief auch wirklich ankommt und eben nicht aus dem Fenster der Sortierstation weht....
 
Ihr ahnt es. Ich habe den fatalen Fehler gemacht, ich DUMMIE, ich Unwissende, ich KRETIN, dass ich äußerst vertrauliche Unterlagen versendet habe, die jetzt IRGENDWO gelandet sind, jedoch nicht dort, wo sie landen sollten.
 
Macht man ja auch nicht. Weiß man doch.
 
Will zufällig jemand zum Reifenwechsel kommen?

Montag, 20. Juli 2015

Bücher!!

Mensch, ich hab vor genau zwei Monaten zuletzt geschrieben! Geht gar nicht! Und dann jetzt noch so was, so was LANG-WEI-LI-GES wie Bücherrezensionen..!! Hallo??
 
Egal.
 
Bücher gehören zu meinem Leben wie die Luft zum Atmen. Ich bin zutiefst betrübt, dass ich momentan kein Buch habe, das mich einnimmt, auf das ich mich tagsüber schon freuen kann, das mich ins Bett begleitet, auch an Sonntagnachmittagen und in das ich eintauchen kann. Aber ich hab ein paar genau solcher Bücher gelesen in letzter Zeit!
 
Und ich verspreche, dass das allesamt Bücher sind, die einen von der ersten bis zur letzten Seite fesseln. Und meine RIESENBITTE ist folgende: habt ihr auch einen solchen Buchtip für mich, einen echten heißen Buchtip? Muss auch kein aktuelles Buch sein, kann auch schon Jahre alt sein, Hauptsache, es ist ein echt HEISSER Tip.
 
Und hier sind meine:
 
 
Erstmal hat mich der Titel lange Zeit abgeschreckt, weil ich dachte, es geht um einen HASEN. Wegen Rabbit. Aber das ist nicht der Fall. Es ist eine Geschichte von Freundschaft, Liebe, Krankheit, Verlust, und alles ist eingepackt in eine unglaublich zu Herzen gehende Story. Sie handelt von Rabbit, einer Frau in den Vierzigern, die von ihrer Mutter ins Hospiz um Sterben gebracht wird. Sie ist unheilbar krank und man weiß zu Beginn des Buches also schon, dass es hier tatsächlich um ihre letzten Tage geht. Was dann folgt, ist eine Rückschau auf Rabbits ausgefülltes und glückliches Leben und anschließend ihre Verabschiedung von ihrer Familie.
 
Es bleibt kein Auge trocken. Man weint und weint. Und lacht auch. Und ist einfach nur glücklich, für die Zeit der Lektüre an diesem wunderbaren Leben und Sterben teilgenommen zu haben.
 
 
 
"Girl on the Train": Dieses Buch ist ganz das Gegenteil davon. Es handelt von der alkoholkranken Rachel, die jeden Tag in einem Pendlerzug nach London sitzt und vorgibt, noch einen Job zu haben, um vor ihrer Vermieterin nicht als Vollversagerin dazustehen. Sie ist unglücklich, abgewrackt und ziemlich durch mit der Bereifung. An der immer gleichen Haltestation hat sie den immer gleichen Blick auf ein Haus, in dem ein scheinbar glückliches Pärchen wohnt. Bis sie eines Morgens etwas sieht, dass nicht in das glückliche Bild passt. Und sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit hinter dieser glücklichen Fassade.
 
Das Buch ist spannend, gnadenlos ehrlich, mit einer sehr ungewöhnlichen Hauptfigur. Der Schreibstil ist großartig ungeschnörkelt, man verschlingt es in einem Haps. Und schon ist es vorbei!
 
 
"Als ich dich fand": Ja, zugegeben ist das Cover echt trashig! Hat aber nix mit dem Inhalt zu tun! Es ist eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe.
 
Nathan, ein Mann im fortgeschrittenen Alter und unglücklich verheiratet, findet eines Morgens auf einem Jagdausflug ein Baby. Im Wald. Es wurde dort zum Sterben ausgesetzt. Er bringt es ins Krankenhaus und von dort an beginnt die Geschichte der beiden Hauptfiguren, die sich über eine Spanne von sicher 40 Jahren zieht.
 
Das Buch handelt von Vertrauen, von Loyalität, von dem Leben, wie es eben ist. Dinge geraten außer Kontrolle, gehen mächtig schief, das Schicksal schlägt zu. Das Leben ist eben kein gerader Weg.
 
Es passiert so unglaublich viel in diesem Buch, und ich möchte NIX davon erzählen, denn ihr müsst es selbst lesen. Ein schöneres Buch über das Leben und über Verantwortung habe ich allerdings in der Tat noch nicht gelesen. Ich war echt traurig, als es rum war.
 
 
 
"Die andere Seite des Glücks": Dieses Buch ist der perfekte Sommer Roman! Den man auch auf einer Liege lesen kann. Denn er ist einfach herzallerliebst. Dabei aber zum Glück nicht trashig!
 
Die Hauptfigur Ella ist glücklich in einer Beziehung mit Joe und hat auch seine beiden Kinder aus erster Ehe ins Herz geschlossen. Alles ist perfekt, bis Joe bei einem Unfall im Meer ums Leben kommt. Ella muss nun für seine Kinder da sein, ihren eigenen Laden aufbauen, mit Schwiegereltern umgehen, die ihr nicht wohlgesonnen sind, und auch noch feststellen, dass Joes angeblich unglückliche erste Ehe gar nicht so unglücklich war.
 
Ihre eigene Trauer, aber auch ihr Lebenswille, ihr Ehrgeiz und Mut machen sie zu einer liebenswerten Hauptfigur, mit der man sich vom ersten Moment an identifizieren kann. Ein Herzensbuch, weit weit weg von Kitsch und den üblichen leichten Romanen! Unbedingt lesen!
 
Und sonst so?
 
Wir haben uns einen alten Wohnwagen gekauft, den wir gerade aufbereiten, renovieren, lackieren und umgestalten. Wenn er fertig ist, gibt's einen großen Blogpost dazu! Und demnächst auch wieder mehr auf diesem Kanal.....
 
Habt bis dahin eine gute Zeit! Und die Buchtips für mich nicht vergessen bitte!!
 

Mittwoch, 20. Mai 2015

Selbst schuld

"Haste selber Pech", würde unsere Tochter jetzt sagen. "Selber Pech" ist ein Ausdruck aus ihrer Kindheit, da bekommt man ja noch Redewendungen durcheinander. Und Wörter. Und erfindet nebenbei neue Gerichte wie "Pfannpuffer".
 
Aber darum geht´s hier gar nicht. Es geht um SELBST SCHULD.
 
Aufgrund der bundesweiten Streikaktionen der Kitas, der Lokführer, der Piloten, der Post und was weiß ich noch wird man ja ab und an mal nachdenklich. Ich hab zu wenig Plan davon, was genau das Ziel des Streiks ist, ich hab keine Ahnung von Tariflöhnen der Lokführer, ich kann nicht beurteilen, ob eine Erzieherin zu wenig verdient oder nicht. Daher halte ich mich bei Diskussionen darüber auch fein raus, denn ich red nicht gerne von Dingen, von denen ich keinen Schimmer hab. Kannste dich nur blamieren.
 
Mir geht´s um was anderes. Um SELBST SCHULD. Das biste nämlich, wenn du selbstständig bist.
 
Wir sind ja selbstständig. Für die, die es noch nicht wissen. Wir haben vor 15 Jahren ein Autohaus gekauft.
 
Und es ist vollkommen egal, was es ist, worüber man sich ab und zu mal ausheult, so wie es jeder mal tut in seinem Beruf, egal, was einem auf dem Herzen liegt, egal, ob einem ein Herr Dudenhöfer das Leben schwer macht, wenn er von Rabatten faselt, egal: wir sind selbst schuld. Wir haben uns das ja AUSGESUCHT. Wir hätten ja einfach nicht selbstständig zu werden brauchen. So einfach ist das. Wir sollen gefälligst froh sein, wenn wir den monatlichen Blumenstrauß von der Steuer absetzen können und sollen aufhören RUM ZU JAMMERN!
 
Gesetzt den Fall, es gibt niemanden mehr, der sich selbstständig machen will. Niemanden, der das Risiko eingeht, mächtig auf die Schnauze zu fallen. Der die Verantwortung für Angestellte übernimmt. Und einen Haufen Schulden auf sich nimmt. Dann sitzen wir alle richtig in der Scheiße. Punkt.
 
Ganz ehrlich geht mir dieser Spruch "Ja, aber das habt ihr euch doch selber ausgesucht....!" ganz mächtig auf den Keks. Und noch ehrlicher: hat ein Lokführer doch auch. Oder ein Postbote. Das ist ja nun mal ´ne Tatsache. Oder hat bei dem  jemand geklingelt, ihm einen Sack über den Kopf gestülpt, ihn in einen Transporter geworfen, ihn an der nächsten Poststelle rausgelassen, ihm ein Postbotendress angetackert und ihn mit erhobener Waffe gezwungen, von nun an Post auszutragen?
 
Wohl nicht.
 
Mag sein, dass er der Meinung ist, sein Gehalt und seine Wochenarbeitsstunden sind ungerecht. Das kann ich nicht beurteilen. Aber seinen BERUF wird er sich wohl selbst ausgesucht haben. Vielleicht hat er nicht absehen können, WIE VIEL Arbeit das ist. WIE VIELE Überstunden er machen muss. WIE selten er seine Kinder sieht. Und WIE oft er weder auf Elternabenden noch auf Schulaufführungen dabei sein wird.
 
Mag sein.
 
War uns vor 15 Jahren auch nicht klar. Uns war nicht klar, wie viele schlaflose Nächte wir haben würden. Wie sehr sich der Markt für Autos verändern wird. Wie sehr wir unter der Wirtschaft, dem Hersteller, den Banken, dem Finanzamt oder auch einem Tsunami zu kämpfen haben. Wie oft wir die einzigen Eltern waren, die mal wieder keinen Plan hatten von dem, was in der Schule abgeht.
 
Im Jahr der Abwrackprämie hatten wir soviel Arbeit, dass es schlicht gar keine Freizeit gab. Wir haben am Tag 12 Stunden und mehr gearbeitet und jedes Wochenende noch die Abwrackanträge geschrieben. Und als unsere Tochter einmal weinend ankam und schluchzte "ich hab Heimweh nach euch", obwohl wir ja quasi an der Firma wohnen, da hat mir das auch das Herz gebrochen. So wie es jeder Mutter gehen würde, die arbeiten muss und das Gefühl hat, das Kind kommt dabei zu kurz. Da ist es egal, ob man selbstständig ist oder angestellt.
 
Haben wir uns das so ausgesucht?
 
Sagt das doch auch dem Lokführer. Oder am besten: sagt es keinem von beiden. 
 
Aber wieso haut man solche Sprüche immer nur den Selbstständigen um die Ohren?
 
Ist mir halt so aufgefallen. In den letzten Wochen. Vielleicht auch, weil wir momentan sooo viel Arbeit haben (Achtung, Standardspruch: "Seid doch froh!!!"), dass wir ganz irre werden. Es ist in der Tat so viel, dass man es eigentlich nicht schaffen kann, dann Dinge vergisst und nachts aufwacht, weil sie einem einfallen. Und dass man geplante freie Tage nicht antreten kann, weil es einfach nicht geht. Fertig. Da kommt man schon mal ins Grübeln, wenn man von einer 35-Stunden Woche hört....
 
Keine Frage, wir sind gerne selbstständig. Jedenfalls meistens.  Die Selbstständigkeit HABEN wir uns ausgesucht, ja. Wir wussten nicht, worauf wir uns eingelassen haben und haben unser Lehrgeld bezahlt. Wir wissen die Vorteile zu schätzen und offensichtlich überwiegen sie für uns.
 
Nur eine Bitte: den Spruch "Das habt ihr euch doch selbst ausgesucht", den darf man ruhig noch mal überdenken, bevor man ihn loslässt. Nur so´n Tip. Kommt ganz gut an, wenn man kurz vorher nachdenkt.
 
Denn jedem müsste klar sein, dass auch ein Selbstständiger sich fehlende Familienzeit nicht absichtlich ausgesucht hat. Und Kinder, die einen vermissen. Und schlaflose Nächte. Das überrollt uns genauso wie es einen Lokführer überrollt, der seine Überstunden nicht los wird, weil zu wenig Personal da ist. Da gibt es keinen Unterschied. Zu viel Arbeit ist zu viel Arbeit. Und zu wenig Geld dafür ist zu wenig Geld dafür. Ob angestellt oder selbstständig.
 
Und das hat sich KEINER ausgesucht.
 
So.
 
Das musste mal raus. Mir ist klar, dass ich damit eventuell manchen auf den Schlips trete. Und ich weiß auch, dass das eventuell falsch ankommen kann, weil wir ja nun mal ein Autohaus haben. Aber ich sag euch mal was, und das betrifft im Grunde alles, was ich hier schon gepostet habe, in meinem eigenen Blog: ich bin mal in erster Linie nicht Autohaus-Chefin, sondern ein Mensch. Deshalb darf ich auch von Brustoperationen schreiben und von Eheproblemen. Und von schönen Momenten und großartigen Erlebnissen. Darf meine Kunden ins Herz schließen. Bammel haben vor großen Veranstaltungen. Enttäuscht sein, wenn mich jemand vor den Kopf stößt.
 
So verkauf ich Autos und so schreib ich auch. 
 
 

Montag, 4. Mai 2015

Unterwegs. Mit Allergie.

Ich war am letzten Wochenende in Augsburg! Ich war mal wieder Hunde-Ausbildungs-technisch unterwegs, und da ich nicht so lange alleine Autofahren wollte, bin ich geflogen. Ohne Hund, versteht sich.

Ich muss dazu sagen: ich bin einfach nicht so gerne von zu Hause weg. Allein. Mein Mann hat mich am Flughafen abgesetzt und von dem Zeitpunkt an fühl ich mich immer wie der einsamste Mensch auf Erden. Geht das IRGENDJEMANDEM auch so?

Mir fehlt irgendwie dieses Gen "Juhu, endlich weg, Abenteuer und neue Welten entdecken!!".

Hab ich nicht.

Ich hocke dann also am Flughafen rum, da war Totentanz am 1. Mai, denn außer mir ist ja keiner so bekloppt. Die Putzkolonne zieht an einem vorbei, und die Brezenverkäufer daddeln am Handy rum.

Im Flieger war es ähnlich. Ich hatte eine Sitzreihe für mich und auch vor mir und hinter mir saß NIEMAND. Ein Geisterflieger!!

Im Hotel in Augsburg angekommen, nachdem ich einen süßen kleinen Leihwagen abgeholt hatte und im strömenden Regen eine Stunde vom Münchener Flughafen unterwegs war, wollte ich eigentlich nur noch was essen. Und DAS ist ja bei mir mit meiner völlig abgef..... Allergie schwerer als sich für einen Weltraumflug anzumelden.

Ich orderte eine Käseplatte aufs Zimmer. Brot hatte ich ja im Koffer mitgenommen.

"Ja, guten Abend, ich hätte gerne die Käseplatte aufs Zimmer. Sie brauchen kein Brot dazu zu tun, ich kann kein normales Brot essen, aber bitte legen Sie mir doch ein scharfes Messer mit dazu und etwas Butter, dann kann ich mein mitgebrachtes Brot selbst schneiden. Es ist wichtig, dass es kein Buttermesser ist, sondern ein scharfes."

Die Erklärung ist jetzt nicht SOOOOO schwer, ich meine, es ist alles enthalten, was ein Satz so braucht: Subjekt (Sie, also der Roomservice), Prädikat (mitbringen, dazulegen), Objekt (scharfes Messer).

Es kam eine Käseplatte mit Brot, ohne Butter und mit Buttermesser. Is klar. Ich kenne das. Es macht viel Freude, sein frischgebackenes Brot mit einem Buttermesser zu schneiden.

Auf dem Hundeplatz gab es die nächsten zwei Tage Bratwurst, Fleisch und diverse Salate mit Brötchen.

Am Samstagabend hatte ich nur noch Hunger. Wieder im Hotel. Nächster Akt.

Ich hatte einen heiß begehrten Tisch ergattert. Es macht auch viel Freude, ALLEIN an einem Tisch zu sitzen. Inmitten von Pärchen, die sich über die Tischplatte hinweg oder auch darunter Händchen und andere Dinge hielten.

Auftritt Kellnerin:

"Guten Abend, was kann ich Ihnen bringen?"

"Ich hätte gerne das Zanderfilet mit dem Rahmsauerkraut, aber statt der Schupfnudeln bitte Kartoffeln. Und könnten Sie für mich bitte in der Küche herausfinden, ob irgendwelche Geschmacksverstärker im Essen sind? Es ist SEHR WICHTIG, dass nix mit Getreide oder Geschmacksverstärker im Essen ist, sonst können Sie heute noch den NOTARZT für mich holen."

Ich mache es jetzt immer extra dramatisch. Anders versteht mich immer keiner.

"Ja, dann machen wir also.... also... keine Nudeln... ist ja Getreide. Dann also Kartoffeln?"

"Ja, das wäre ganz reizend. Salzkartoffeln wären toll!!"

Ich mache es jetzt auch immer superfreundlich. Ich bin eh schon der größte Alptraum der Kellner, ich muss es durch ganz viel Lächeln und tausend Dankeschöns wieder gut machen.

"Gehen auch Bratkartoffeln?"

Ich: "Salzkartoffeln wären toll!!!" (Breites Lächeln mit ganz viel Augenaufschlag)

Nützt nix bei Mrs. Supertrocken.

"Müssen wir gucken. Glaube, wir haben nur Bratkartoffeln."

"Okay, das ist auch okay. Hauptsache, es ist nix mit Getreide oder Geschmacksverstärker dabei..."

Ich muss es auch immer WIEDERHOLEN. Lernt man ja schon in der Schule, durch Wiederholungen prägt man sich Dinge ein. Ich will auf Nummer Sicher gehen, dass sie die Information auf dem Weg vom Tisch in die Küche auch behält.

Generell bin ich aber froh, wenn ich überhaupt irgendwo ´ne warme Mahlzeit zusammenkriege. Ist nicht überall möglich....

Mein Getränk kommt. Und dazu ein Korb mit frischem Weißbrot.

?????

Gestern hat mein Mann mich wieder vom Flughafen abgeholt, zusammen mit Balu (unserem Hund). Als er mich durch die Glasscheibe von der Gepäckausgabe gesehen hatte, ist er schon vor Freude ausgeflippt. Also, der HUND. Mein Mann ist da nicht ganz so emotional.

Was für ein Glück, von einem Hund abgeholt zu werden! Einer, der tut, als wäre man ewig weg gewesen und dabei noch dem Tod von der Schippe gesprungen. So freut sich ein Hund. Höchstes Glück!

Höchstes Glück, sich kurz vor Mitternacht in der eigenen Küche noch ´ne Stulle abzuschneiden und dick mit Schinken zu belegen. Und noch eine mit Käse. Und ein Stück Käse für Balu. Und noch eine Stulle mit Schinken. Und ein Stück Schinken für Balu.

Und dann nicht alleine ins Bett zu müssen, sondern ins vom Ehemann vorgewärmte Bett krabbeln zu dürfen, auf meine weiche Matratze, mit Abendbrot im Bauch.

Höchstes Glück.

Weißte aber manchmal erst zu schätzen, wennde weg warst.

Mittwoch, 25. März 2015

Das hilft nach einer Brustoperation. Ganz wirklich.

Mensch, ist das eeeeewig her, seitdem ich das letzte Mal schrieb! Ich kann ja gar nicht alles aufschreiben, was seitdem passiert ist. Deshalb habe ich mir für meinen heutigen Post einfach ein Thema überlegt, und das ist ganz speziell für diejenigen, die das gleiche mitgemacht haben wie ich.
 
Durch meinen langen Heilungsprozess, und die damit verbundenen Probleme, war ich immer viel im Internet unterwegs, habe in Foren und auf Blogs gestöbert und nach jedem Strohhalm gegriffen, wenn ich mal gelesen habe, was anderen geholfen hat. Ich wäre unheimlich dankbar gewesen, wenn ich mal konkret irgendwo gelesen hätte, was wirklich wirklich hilfreich ist.
 
Da ich weiß, dass mein Blog durch das Thema "Brustoperation" auch öfter mal von ebensolchen Lesern / Stöberern gefunden wird, denke ich, es ist eine gute Sache, wenn ich mal aufliste, was genau nun bei mir zum Erfolg geführt hat.
 
Also können alle die jetzt wegdrücken, die einen lustigen Alltagspost erwartet haben. Is heute nich dran. Heute gibt´s einen Mutter-Teresa-hilf-mir-Post.
 
Zum Einstieg: ich bin ja vor knapp 6 Wochen noch mal aufgeschnitten worden, nachdem meine Narbe von November nicht zuheilen wollte. Inzwischen bin ich voll und ganz heile. Ich hab mein Leben wieder! Ich mache wieder Sport, darf alles wieder tun, was ich vorher auch getan habe und bin darüber so dermaßen glücklich, dass ich jedes mal einen Herzsprung mache, wenn ich daran denke.
 

Was mir geholfen hat:

 
Mein Problem am Anfang gleich nach der Brustoperation (beidseitige Entfernung von Brustgewebe und Einbringen von Inlays á 310 ml) war die Schwellung. O Mann, es sieht zwar Hammer aus, ist aber völlig unlustig! Das Gebot der Stunde lautet also: Schwellung abbauen. Denn eine Schwellung ist eine Ansammlung von Wundwasser und wenn man viel Wundwasser im Gewebe hat, behindert das die Zellen beim Zusammenheilen. Also raus damit.
 

Ibuprofen:

ich habe am Anfang dreimal am Tag 800 mg genommen. Dazu muss man am besten auch einen Magenschutz nehmen, das war in meinem Fall Pantoprazol. Ibuprofen wirkt entzündungshemmend und abschwellend. Ich habe es in der ersten Woche zu Hause noch in ziemlich hohen Dosen genommen, und dann in der zweiten Woche schon abgebaut, denn da habe ich für mich ein weniger heftiges Medikament entdeckt, nämlich...
 

Wobenzym:

Das ist ein Enzympräparat, das man rezeptfrei in der Apotheke bekommt (100 Kapseln kosten ca. 38 Euro), und das ebenfalls entzündungshemmend und abschwellend wirkt, nur völlig ohne Nebenwirkungen, jedenfalls bei mir. Ich habe 6x2 Kapseln am Tag genommen, also 12 Stück über den Tag verteilt, und schon am zweiten Tag war ich schmerzfrei. Ich habe es fast die ganze Zeit ( etwa 4 Monate) nun genommen, überhaupt keine Nebenwirkungen verspürt und jetzt ist die Schwellung komplett weg, auch dank meiner...
 

Lymphdrainage:

Die hätte ich mir schon von Anfang an verschreiben lassen sollen und nicht erst nach meiner zweiten OP. Bei meinem ersten Termin zur Lymphdrainage war ich echt skeptisch. Ich dachte so: okay, das bisschen auf dir rumdrücken.... braucht man da überhaupt ´ne Ausbildung für.....meine Güte, das ist ja lächerlich.
 
Es ist eine komplett schmerzfreie Sache, die man sofort anfangen kann, wenn die Fäden gezogen sind. Und es ist ein Wundermittel! Nach den Sitzungen (eher Liegungen) war ich jedesmal schmerzfrei, konnte meinen Arm wieder besser hochbekommen, es ist einfach nur genial.
 
Das Wundwasser, was in dem Gewebe einlagert, wird zu den Lymphen befördert, die es abtransportieren. Das Gewebe kann schneller heilen, denn es ist ja kein Wasser dazwischen. Ich hatte 6 Termine, die mir sehr gut getan haben. Ich kann nur jedem dazu raten!
 

Alternative abschwellende Geschichten:

Quark: einfach eine Packung Magerquark auf die nackte Brust schmieren. Ehemänner übernehmen erfahrungsgemäß gerne diesen Part. Bitte nicht die Schweinerei mit Folie bedecken, das verhindert die Verdunstung. Eine halbe Stunde so sitzen, dann die ganze Ferkelei abwaschen. Kühlt ganz wunderbar und hat eine Langzeitwirkung von einem halben Tag.
 
Retterspitz äußerlich: ist eine rezeptfreie Tinktur aus der Apotheke, die auch bei Sportverletzungen hilft. Ich habe Einmal-Waschlappen darin eingetaucht und die auf der nackten Brust aufgelegt. Nicht abdecken, sondern auch verdunsten lassen. Danach ist die Brust feuerrot und gut durchblutet. Regt also den Lymphfluss gut an! Wird ganz häufig bei Milchstau und Brustentzündungen verwendet.
 
Kühlpacks: einfach Gel-Kühlpacks in die Tiefkühltruhe packen, in ein Tuch einschlagen, tief einatmen und rein in den BH. Aufpassen, dass man nicht erfriert. Hilft einfach gut. Im Gegensatz zu den beiden oben genannten aber komplett ohne Wirkstoffe. Einfach nur kühl. Kann auch das Gegenteil bewirken. Auf Narben, die eh schon nicht gut durchblutet sind, würde ich keine Kühlkissen packen, die werden dadurch nicht besser, denn Narben sollen durchblutet sein. Die Brust selbst eigentlich auch, denn nur durch Durchblutung gibt es einen Abtransport des geschädigten Gewebes. Deshalb Kühlpacks sparsam anwenden, beispielsweise, wenn man eine superheiße geschwollene Brust hat.
 

Nahrungsergänzungsmittel:

Ich bin der Auffassung, dass ich schon sehr ausgewogen und gesund esse. Im Krankenhaus habe ich beispielsweise überhaupt kein Fleisch und auch keine Süßigkeiten gegessen, ich wollte einfach meinem Körper nur Gutes zuführen und ihn nicht mit Scheiß belasten. Ich dachte, es reicht sicherlich aus, sich einfach gut zu ernähren und viel Gesundes zu essen. Aber der Körper ist nach einer großen Operation auf noch mehr angewiesen, Gewebe muss wieder zusammen wachsen, das kostet unheimlich Energie.
 
Daher habe ich zusätzlich zu meiner gesunden Ernährung noch folgendes eingenommen:
 
Zink (als Tablette, 3 Mal am Tag): Zink ist ein Präparat, das grundsätzlich für die Wundheilung benötigt wird. Es unterstützt außerdem das Immunsystem. Auch Menschen, die mit häufigen Infekten zu kämpfen haben, sollten regelmäßig Zink nehmen.
 
Selen (1 Tablette am Tag): Selen ist ebenfalls für eine schnellere Wundheilung gut.
 
Eiweiß: so viel wie möglich. Ich habe ein zusätzliches Eiweißpräparat genommen, das man in Milch einrühren kann. Dazu habe ich noch besonders darauf geachtet, viel Fisch, Quark, Käse, Joghurt etc. zu essen, mehr als sonst. Wundheilung ist eine "Kleberverbindung" und die besteht aus Eiweißen. Während der Wundheilung benötigt der Körper noch mehr Eiweiß als normalerweise und dabei sollte man ihn unterstützen.
 

Narbenpflege:

Sobald die Fäden gezogen sind, kann man damit anfangen, die Narben zu pflegen. Man kann das auch lassen, aber es besteht das Risiko, dass die Narben unelastisch werden und unschön. Es gibt sicherlich gute Narbensalben, aber die habe ich nicht ausprobiert. Ich persönlich nehme für meine Narben:
 
Vitamin E Öl: bekommt man überall, ich hab meines von Amazon. Es ist ein kleines Fläschchen gelbes Öl, das relativ neutral riecht. Es ist auch ein Wundermittel! Es ist DAS Anti-Aging-Öl. Aber es hilft bei kleinen Wunden, Entzündungen, trockener Haut. Man kann es abends als Kur aufs Gesicht schmieren oder aufs Nagelbett, es ist einfach nur genial. Ich schmiere es mir auf die Narben, denn das bewirkt, dass sie schneller verblassen und nicht dunkel werden. Meine Narben sind in der Tat inzwischen fast unsichtbar geworden.
 
Centella Asiatia: Indischer Wassernabel. Ich habe es als Creme bestellt, es ist ein reines Naturprodukt und soll das Wundermittel gegen Dehnungsstreifen und Cellulite sein. Dafür habe ich es aber nicht gekauft, sondern es ist auch eine gute Wundsalbe. Es hilft der Haut, neues Gewebe zu bilden, es ist bei kleinen Wunden super, denn es hilft innerhalb von einem Tag, dass sie einfach nicht mehr da sind! Bei meinen Narben hilft es gut, wenn sie aufgrund von Schwitzen, engen Stütz-BH und viel Bewegung (Scheuern an den Narben) gerötet sind. Genauso wie:
 
Calendula: Ringelblumensalbe. Auch ein reines Naturprodukt und die Wundsalbe schlechthin. Kann man auf offene Wunden schmieren, hilft, neues Gewebe zu bilden.
 
Die drei Salben bzw. Öl nehme ich im Wechsel, je nachdem, was ich gerade brauche. Aber morgens und abends schmiere ich meine Narben ein, jeden Tag.
 
Es ist außerdem wichtig, die Narben, wenn sie gut verheilt sind, zu massieren. Auch oberhalb und unterhalb der Narbe, quasi auf den Rippen, die darunter liegen beim Unterbrustfaltenschnitt. Denn durch den OP Schnitt gibt es eine Unterbrechung im Energiefluss.
 
Ja ja, Chakra und innere Mitte und Lotussitz und Betroffenheit kommt jetzt auch noch!
 
Nee, ohne Scheiß, das ist so, das ist kein Scherz. Deshalb hilft es, wenn man gut drüber und drunter auch mal massiert. Wenn die Narben dunkelbraun werden, ist das Eiweiß, dass sich da ablagert, das stört in dem Fall, das kann man auch gut wegmassieren. Wenn die Narben weiß sind, heißt es, sie sind nicht gut durchblutet, also auch massieren. Rotes Narbengewebe: gutes Narbengewebe, denn es ist durchblutet, und das braucht man für eine Wundheilung.
 

Bewegung:

Darf man nicht vergessen. Jeden Tag muss ich meine Arme bewegen, den Radius erweitern, den Brustmuskel dehnen. Sonst verkürzt sich alles, die Narben dehnen sich nicht mit, irgendwann bekommt man den Arm dann gar nicht mehr hoch. Man kann sich auch an einen Türrahmen stellen und den Arm langsam dehnen. Nie zu viel, denn das gibt einen Höllenmuskelkater, wenn man es Wochen nicht gemacht hat!
Bewegung regt außerdem wieder den Lymphfluss an, das ist wieder wichtig für das Abschwellen und das ist wieder wichtig für die Wundheilung.
 
So, ich hoffe, ich habe nix Wichtiges vergessen.
 
Ich hoffe, es hilft IRGENDWEM mal IRGENDWANN, wenn er das hier liest. Dann bin ich schon happy!!
 
Bis demnächst, dann wieder mit was lustigerem.....